HauskaufVersicherungs-Ratgeber

Risikolebensversicherung beim Hauskauf – Sinnvoll oder nicht?

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»Risikolebensversicherung beim Hauskauf« Steht ein Hauskauf bevor, dann ist nicht nur die Finanzierung ein beachtenswerter Gesichtspunkt. Die meisten Eigentumsobjekte sind schließlich nicht nur für den Eigentümer selbst, sondern auch für dessen Familie gedacht. Allerdings kann es unter Umständen passieren, dass dem Eigentümer etwas zustößt.

Die Familie könnte dann einen immensen finanziellen Schaden davon tragen. Das Leid würde dadurch noch zusätzlich verschlimmert. Bei einem Hauskauf / Hausbau sollte somit nur nur über die eigentliche Finanzierung des Immobilienkaufs, sondern auch über eine gute Absicherung der Familie nachgedacht werden.

Eine Risikolebensversicherung kann außerdem gleichzeitig als eine Kreditabsicherung angegeben werden. Im Todesfall kann dann das Geld aus der Versicherung für die Tilgung der Schulden verwendet werden. Welche Vor- und Nachteile sich aus dem Abschluss einer solchen Versicherung ergeben und die sonstigen wissenswerten Hintergründe, soll im Folgenden gezeigt werden.

Der Sinn und Zweck der Risikolebensversicherung

Viele Personen unterliegen dem Irrglauben, dass ihr eigenes Leben für eine solche Versicherung nicht risikoreich genug ist. Der Abschluss würde sich somit nicht lohnen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die Realität.

Schließlich muss der Versicherungsnehmer keine Extremsportarten ausüben, um in seinem Alltag einigen Risiken zu unterliegen.

Risikolebensversicherung beim Hauskauf kann bei einem Autounfall helfen

Ein Autounfall auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder ein Missgeschick im Haushalt reichen bereits aus, um den Versicherungsfall herbeizuführen.

Natürlich möchte sich niemand gerne mit dem eigenen Tod beschäftigen, doch gelegentlich ist dies schlichtweg nötig. Besonders wenn es um die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen geht, wäre es schlichtweg egoistisch, darauf zu verzichten.

Mit einem Hauskauf wird die ganze Familie schließlich einem hohen finanziellen Risiko ausgesetzt. Denn dieser erfolgt fast immer mit der Hilfe von Fremdkapital. Wenn die Kreditraten nicht mehr getilgt werden können, steht schnell auch die Zukunft der Kinder auf dem Spiel.

Damit dient die Versicherung auch als Kreditabsicherung und kann somit helfen, einen Kredit zu günstigeren Konditionen zu erhalten.

Im Versicherungsfall würde schließlich die Versicherung finanziell in Anspruch genommen werden.

Natürlich erscheint es nicht gerade verlockend, neben den Kreditraten auch noch die Zahlungen für die Risikolebensversicherung zu tilgen, allerdings kann sich dies im Ernstfall bezahlt machen.

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Was ist ein “Risiko-Kandidat“?

Die Versicherung überprüft den Versicherungsnehmer sehr gründlich. Schließlich kommt nicht jede Person für den Vertragsabschluss in Frage.

Je risikoreicher der Lebensstil des Antragstellers ausfällt, desto unwahrscheinlicher ist der Abschluss. Alternativ kann es auch zu einem Abschluss kommen, dieser wird dann jedoch nur zu schlechteren Konditionen möglich sein. Auch die Gesundheit des Antragstellers hat einen erheblichen Einfluss darauf, ob der Antrag gewährt wird und zu welchen Konditionen dies erfolgen wird.

Schließlich hofft die Versicherung darauf, dass sich kein Versicherungsfall ereignen wird. Denn dann wird die bereits eingezahlte Summe nicht zurückerstattet. Der Versicherungsnehmer bleibt somit auf den Kosten sitzen. Das klingt zunächst einmal sehr hart und unfair. Allerdings lohnt sich der Abschluss im Falle eines Hausbaus dennoch.

Nach dem Ablauf der Versicherung, erlischt auch gleichzeitig der Versicherungsschutz. Es ist in diesem Fall sehr empfehlenswert, wenn die Versicherung genau so lange gültig ist, wie das Darlehn für den Hauskauf abgezahlt werden muss.

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Die Vorteile der Risikolebensversicherung

Die Vorteile der RisikolebensversicherungDer größte Vorteil der Versicherung besteht in der Absicherung der Angehörigen. Wenn der Versicherungsnehmer versterben sollte, erhält die Familie die vereinbarte Vertragssumme. So kann man bei einem Hauskauf oder Hausbau die ganze Familie günstig absichern.

Eine solche Versicherung ist bereits zu recht günstigen Konditionen erhältlich. So kann der Kredit für den Kauf oder Bau der Immobilie leicht noch nebenher gestemmt werden.

Bereits ab einer Summe von 50 Euro pro Jahr , kann sie abgeschlossen werden. Dann fällt jedoch auch die Versicherungssumme recht gering aus. Der Versicherungsnehmer sollte die Summe an die finanzielle Belastung durch die Immobilie anpassen. Ansonsten könnten seine Angehörigen auf den entstehenden Kosten sitzen bleiben.

Die Beiträge für diese Versicherung sind allerdings steuerlich absetzbar, was einen weiteren Vorteil darstellt. Sie müssen dafür nur als Sonderausgaben angeführt werden. Wie bereits erwähnt, sollte die Dauer des Vertrags an die Dauer des Immobiliendarlehns angepasst sein.

Wird die Risikolebensversicherung bereits vor dem Darlehn abgeschlossen, kann sie als eine Sicherheit zur Finanzierung dienen.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Versicherung kann normalerweise zu jedem Zeitpunkt gekündigt werden kann.

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Die Nachteile der Risikolebensversicherung

Die Nachteile der RisikolebensversicherungNatürlich ergeben sich nicht nur Vorteile. Der Vollständigkeit halber sollen deshalb auch die weniger positiven Gesichtspunkte nicht unerwähnt bleiben.

Der entscheidende Nachteil besteht darin, dass die Versicherung im Zweifel niemals in Anspruch genommen wird. Das eingezahlte Geld erhält der Versicherungsnehmer nicht zurück. Auf gut Deutsch, die Kohle ist weg. Allerdings ist dies auch die Art und Weise, wie eine Versicherung funktioniert und die Beiträge sind vergleichsweise gering.

Hier muss somit jeder selbst entscheiden, wie viel ihm oder ihr die Absicherung ihrer Angehörigen wert ist. Bis auf diesen einen Punkt lässt sich somit nichts Negatives an der Risikolebensversicherung finden.

Teilweise wird der Aufwand bemängelt, der betrieben werden muss, um ein passendes Angebot zu finden. Da dies jedoch nicht direkt mit der Risikolebensversicherung in Zusammenhang steht, wird es hier nicht als ein echter Nachteil gewertet.

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So funktioniert eine Versicherung

Wie funktioniert eigentliche eine Versicherung?Mit Versicherung (veraltet Assekuranz) wird das Grundprinzip der kollektiven Risikoübernahme (Versicherungsprinzip oder Äquivalenzprinzip) bezeichnet: Viele zahlen einen Geldbetrag (= Versicherungsbeitrag) in die Kapitalsammelstelle Versicherer ein, um beim Eintreten eines entsprechenden Schadens, dem Versicherungsfall, aus dieser Kapitalsammelstelle einen Schadenausgleich zu erhalten.

Da der Versicherungsfall nur bei wenigen Versicherten eintreten wird, reicht das Vermögen der Kapitalsammelstelle bei bezahlbarem Beitrag aus. Voraussetzung ist, dass der Umfang der Schäden statistisch abschätzbar ist und demnach mit versicherungsmathematischen Methoden der von jedem Mitglied des Kollektivs benötigte Beitrag bestimmbar ist.

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Hier ein kleines Beispiel über die Funktionsweise einer Versicherung

Ein Haus hat einen Wert von beispielsweise 100.000 €. Nehmen wir an, die Wahrscheinlichkeit, dass es abbrennt, sei 0,1 % in jedem Jahr. Um sich selbst gegen den Verlust des Hauses zu schützen, müsste der Hausbesitzer ständig 100.000 € als Reserve verfügbar haben.

Dieses ständige Bereithalten von Geld bewirkt Finanzierungskosten von beispielsweise 1 %, also 1.000 € pro Jahr. Damit kostet die individuelle Absicherung des Hauses gegen Brand jedes Jahr 1.000 €, selbst wenn das Haus nicht abbrennt (zusätzlich kommt noch der durchschnittliche Verlust aus Bränden in Höhe von 100 € pro Jahr hinzu). Tun sich hingegen 100.000 Hausbesitzer zusammen und sichern sich gemeinsam ab, treten im Kollektiv fast mit Sicherheit Brände auf, durchschnittlich 100 pro Jahr mit Gesamtkosten von 10.000.000 €.

Dies kostet aber, verteilt auf alle 100.000 Hausbesitzer, den einzelnen nur die 100 € durchschnittliche Brandkosten. Um gegen zufällig viele Brände gewappnet zu sein, muss das Kollektiv zwar noch zusätzlich Kapital bereitstellen, doch beträgt dies bei ausreichender Sicherheit zum Beispiel nur 10.000.000 €. Selbst wenn man für dieses Kapital besonders hohe Finanzierungskosten unterstellt, beispielsweise 20 %, entfallen auf den Einzelnen nur Finanzierungskosten von 20 €.

Damit würde die Absicherung im Kollektiv jeden Einzelnen nur 120 € kosten, statt (langjährig durchschnittlich) 1.100 € bei individueller Absicherung. Je größer das Kollektiv ist, desto weniger Kapital wird zur Absicherung benötigt und desto mehr nähert sich der Preis der Versicherung dem reinen Erwartungswert des Schadens von 100 € an.

Damit ergibt sich auch direkt die Kalkulation des Preises für den Versicherungsschutz (Versicherungsbeitrag), der erforderlich ist: Er besteht pro Haus aus dem Erwartungswert von 100 € zuzüglich einem Sicherheitszuschlag von 20 €, der die Finanzierungskosten für das Kapital des Kollektivs darstellt und damit letztlich den erwarteten Gewinn.

Durch Versicherungsnahme überträgt der Hausbesitzer eine Unsicherheit im Wert von 1.100 € für ein Entgelt von 120 € auf das Versicherungskollektiv. Dieser extreme Wertunterschied erlaubt es, dass selbst wenn die Organisation des Kollektivs noch zusätzlich Kosten verursacht und auch noch ein angemessener Gewinnzuschlag erhoben wird, dennoch durch die Versicherung ein hoher Nutzen für das einzelne Wirtschaftssubjekt bewirkt wird.

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